Konzeption

Konzeption für den Verein Spielepark e.V. - Fortsetzung...

"Des Menschen Hände sind gespalten, damit sie geben nicht behalten!"

Da die Anzahl der Menschen, die auf Grund ihrer Lebensweise und/oder ihrer Krankheit, immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, immer größer wird und hierbei besonders Jugendliche und Jungerwachsene in einer immer größeren Anzahl benachteiligt werden und parallel dazu die Zuwendungen seitens der Freien- und Hansestadt Hamburg‚ zur Förderung und Unterstützung an die Einrichtungen der Jugend und Drogenhilfe nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden, hat sich im Jan. 1997 der Verein Spielepark e.V. gegründet.

Gründer des Vereins sind Mitarbeiter von Jugend Drogenhilfeeinrichtungen in Hamburg.

Die Initiatoren haben sich davon leiten lassen, dass die Zahl der Jugendlichen und Jungerwachsenen, die vom Arbeitsamt nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können beständig zunimmt.

Diese Entwicklung korrespondiert mit der Zunahme derjenigen, die bedingt durch ihre soziale Biographie, immer mehr ins Abseits gleiten. Ein Teil von Ihnen konnte in der Vergangenheit noch über AB-Maßnahmen oder Qualifizierungsangebote bei Beschäftigungsträgern in das Arbeitsleben integriert werden. Aktuell greift dieses Angebot immer weniger.

Zum einen, weil die AB-Maßnahmen drastisch reduziert wurden, zum anderen, weil die rigide Handhabung der Arbeitsförderungsbestimmungen für viele bereits zu hohe Anforderungen darstellt.

  • Für die Zielgruppe des Vereins ist eine 38,5 Std. -Woche‚ pünktliches Erscheinen, die abverlangte Arbeitsdisziplin zu hochschwellig.
  • Ein großer Teil hat nur einen mangelhaften oder gar keinen Schulabschluss. Sie benötigen Angebote, die ihrer individuellen Verfassung Rechnung tragen und ihnen zugleich ein akzeptables Einkommen sichern, das den Konsumgewohnheiten dieser Gesellschaft angepasst ist.

Ohne Aussicht auf Teilhabe am Konsumangebot macht Arbeit, in einer Konsum orientierten Gesellschaft für sie keinen Sinn. Sie hätte für sie den Charakter einer Ehrenamtlichen Betätigung oder den einer Beschäftigungstherapie.

Vor diese Alternative gestellt, entscheiden sich viele der Betroffenen entweder für den Status eines Sozialhilfeempfängers - mit einer Option auf illegale Zu-Verdienstmöglichkeiten oder sie verbessern ihr Einkommen durch Kleinkriminalität. Fällt die Entscheidung der Betroffenen in eine dieser beiden Richtungen, werden Versuche der Integration oder Reintegration dieser Menschen in die gesellschaftliche Normalität zusätzlich erschwert oder gar unmöglich sobald sie durch illegale Praktiken in den Bereich der Strafjustiz geraten.

Viele sind durchaus in der Lage und bereit Arbeit anzunehmen und Jobs auszuführen um dem illegalen Beschaffungsstress zu entgehen. Es mangelt jedoch an Gelegenheiten für sie kurz oder mittelfristig terminierte Arbeitsplätze zu finden, die ihrer soziale Situation‚ ihrer schulischen Ausbildung und ihrer individuellen Arbeitsfähigkeit gerecht werden. Auf dem ersten Arbeitsmarkt haben sie kaum eine Chance.

Selbst eine Beschäftigung im Rahmen von Zeitarbeitsverträgen bietet für sie keine Alternative auf Grund ihrer mangelnden Qualifikation oder der mangelhaften Fähigkeit pünktlich und regelmäßig bei der Arbeit zu erscheinen und verbindlich zu arbeiten.

Sie brauchen Arbeitsangebote, die reduzierte Arbeitszeiten, unter Berücksichtigung der konkreten Lebenssituation durch den Arbeitgeber voraussetzen. Eine besonders gefährdete Gruppe bilden hierbei Konsumenten oder Abhängige von illegalisierten Drogen und Substituierte.

Der Anteil dieses Personenkreises steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an. Ein erheblicher Teil von ihnen bezieht Sozialhilfe.

Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten sehen sie sich gezwungen zu betteln, begehen Delikte im Bereich der Kleinkriminalität oder sie prostituieren sich. Für diejenigen, die sich für ein Leben ohne Drogen entschieden haben, ob nun durch eine Abstinenztherapie oder ob sie substituiert werden, bedeutet diese Entscheidung immer eine schlagartige Veränderung ihres Alltags. Während der Zeit des Drogenkonsums war ihr Tagesrhythmus durch intensive Kontakte zur Szene und durch Beschaffungsstress bestimmt.

Mit der Neuorientierung geht der Abbruch bislang erlebten Kontakts einher. Viele brauchen erst einmal Zeit ihre unmittelbare Lebenssituation neu zu definieren. Zeitbegrenzte Arbeitsangebote können für die Betroffenen durchaus eine Hilfe sein, zumal damit Verbindlichkeiten neu erlernt werden und wichtige neue soziale Kontakte geknüpft werden können.

Jugendliche und Jungerwachsene, die bereits vor dem Schulende, zu Beginn, während der Lehrausbildung oder des Studiums auf Grund ihres Verhaltens‚ ihre soziale Bindung verloren haben, weil ihr Umfeld mit ihrer Problematik nicht zurecht kam, sind besonders schwer betroffen.

Ein großer Teil von ihnen hat keinen eigenen Anspruch auf Leistungen nach dem MG oder auf Sozialhilfe. Das bedeutet dann oft völlige Mittellosigkeit und damit verbundene Obdachlosigkeit.

Sie sind daher besonders anfällig für Prostitution und Kleinkriminalität und bedürfen dringend hinreichender Aufgaben und somit Verdienstmöglichkeiten um eine Steigerung ihres Selbstwertgefühls und Verfestigung ihres sozialen Statuses zu erreichen.


Projektbeschreibung:

Mit dem Aufbau eines Beschäftigungsprojektes wollen wir insbesondere dieser Personengruppe ein Arbeitsangebot machen.

Auf Honorarbasis soll ihnen eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage und Hilfestellung ihrer persönlichen und sozialen Stabilisierung ermöglicht werden. Sie sollen entsprechend ihrer Möglichkeiten langsam an den normalen Arbeitsprozess herangeführt und somit in die Lage versetzt werden, systematisch neue Lebensinhalte und Ziele für sich zu entwickeln.

Durch enge Zusammenarbeit mit Trägern der außerschulischen Berufs und Weiterbildung soll erreicht werden und über eine spätere Qualifikation, aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Der Verein soll sich, durch die Vermietung von Spielgeräten und dessen Betreuung, nach einer Anlaufzeit von 2 - 3 Jahren‚ selbst tragen.

Bedingt durch die notwendige Einweisung und Anleitung sowie Betreuung bedarf ein solcher Betrieb einer professionellen Betreuung.

Der Verwaltungsaufwand sowie die notwendige Organisation ‚ die für die Vermietung der Spielgeräte erforderlich ist, bedarf zusätzlich einer Verwaltungskraft. Darüber hinaus werden Mittel für die Anmietung eines Büros sowie die laufenden Betriebs- und Sachkosten benötigt.

Diese Mittel sollen in den ersten 2 - 3 Jahren durch Sponsoring abgesichert wer- den. Der Verein bemüht sich Firmen und Unternehmen zu finden, die über Sozialsponsoring und Werbeverträge bereit sind die einzelnen Spielgeräte zu finanzieren. Die gesamte Abwicklung bei Vermietung des Spielepark‚ der Organisation sowie dem Personaleinsatz obliegt dem Verein.

Die zu erwartenden Überschüsse aus Vermietung sowie Spenden werden 1 x jährlich an Einrichtungen der Jugend- oder Drogenhilfe nach Auswertung ihrer eingegangenen Anträge auf Zuwendung ausgeschüttet.

  • Die genauen Bestimmungen sind in der Satzung des Vereins festgelegt.
  • Die Finanzplanung ist Bestandteil des Konzepts.

Unterschrift

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